„Mein Mann ist eigentlich wie ein weiteres Kind.“

01. Oktober, 2026
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…sagte mir vor ein paar Tagen wieder eine Frau. Mit dem Zusatz: „Ich weiß, ich sollte das nicht denken…“

Eine starke Frau, eine Psychologin. Eine, die ihr Leben im Griff hat, alles plant und organisiert.

Und gleichzeitig sagte sie mir, wie cool es für sie wäre, wenn er einfach auch mal was übernimmt.

Sie hat so keinen Bock mehr, schon wieder den Urlaub zu planen…
…immer zu überlegen, was wann gemacht werden muss…
…an alles zu denken…
Und vor allem für ALLE mitzudenken.

Sie würde so gerne einfach mal sagen können: „Mach du bitte.“

Und sich dann wirklich darauf verlassen, dass er es macht. Ohne diese Sorge: „Hoffentlich macht er das auch. Hoffentlich vergisst er nichts.“
Vielleicht kennst du das.

Ich finde diese Dynamik so spannend, weil da etwas passiert, das total widersprüchlich wirkt:
Wir sehnen uns nach einem Mann, der Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und uns das Gefühl gibt: „Ich bin da. Ich mach das. Du musst dich gerade um nichts kümmern.“

Und gleichzeitig fällt es uns wahnsinnig schwer, genau diesen Raum wirklich freizugeben.

Denn was passiert, wenn er den Urlaub tatsächlich plant?

Vielleicht sucht er ein Hotel aus, das wir niemals genommen hätten.
Vielleicht bucht er einen Flug zu einer Uhrzeit, bei der wir denken: „Warum denn bitte DER?“
Vielleicht vergisst er etwas.

Und ehe wir uns versehen, sind wir wieder mittendrin:
„Ich guck nur mal kurz.“
„Ich kümmere mich lieber darum.“
„Bevor das nachher schiefgeht…“

Und irgendwann sitzt da eine Frau, die sich um alles kümmert und denkt: Warum übernimmt der eigentlich nie etwas?

Und was noch dazu kommt: Die Anziehung schwindet. Jedenfalls war es bei mir damals so.

Ich kenne dieses Festhalten selbst echt gut. UND: Kontrolle abzugeben klingt so so gut, solange wir nicht wirklich die Kontrolle abgeben müssen😉.

Ich habe mich damals so sehr danach gesehnt, mich einfach mal zurückzulehnen. Ohne etwas sagen zu müssen. Ohne Aufgaben zu verteilen.

Bis Situationen kamen, in denen ich genau das hätte leben können.

Und… ich konnte es nicht.

Nach dem Motto: Bevor etwas schiefgeht, mache ich es lieber doch selber.

Vielleicht hätte ich mir genau hier eine spannende Frage stellen sollen:

Ist er wirklich „ein weiteres Kind“?

Oder hat sich zwischen uns eine Dynamik entwickelt, in der ich immer mehr übernommen hatte und er dadurch immer weniger?

Ich glaube, genau da lohnt es sich hinzuschauen, wenn du deinen Mann wieder als Mann sehen möchtest.

Nicht um Schuld zu verteilen. Sondern weil wir eine Dynamik erst verändern können, wenn wir anfangen, sie zu sehen. Und auch unseren Anteil daran😉.

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Deine Kristina
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